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SILISTRA
 Silistra ist eine Hafenstadt im Nordosten Bulgariens. Sie liegt an der Donau, direkt an der Grenze zu Rumänien und ist die letzte bulgarische Siedlung an der Donau. Bei Silistra beginnt die Staatsgrenze Bulgariens auf dem Festland, da der Fluss ab hier zum rumänischen Territorium gehört. Silistra ist eine Kleinstadt mit tausendjähriger Geschichte. Sie ist vor 1900 Jahren im Jahre 106 vom römischen Kaiser Trajan gegründet worden. Sie wurde von den Römern Durostorum genannt, was ‘starke Festung’ bedeutet.
Sie war einer der Orte, die entscheidend zur frühen Verbreitung des Christentums beitrugen. Im Jahr 303 wurde hier der Soldat Dasius geköpft, der Einwohner Emiljan verbrannt, weil sie für die Christenlehre eintraten. Später wurden sie von der katholischen Kirche heilig gesprochen. 390 wurde hier der große römische Feldherr Aetius geboren, der den Hunnenkönig Attila erfolgreich zurückschlug. Byzanz baute die im 6. Jh. unter Justinian zerstörte Stadt wieder auf und gab ihr den Namen Dorostol. Bis 600 war sie Bischofssitz.
Die Bulgaren nannten die Stadt Drastar, die nach Einführung des Christentums als Staatsreligion religiöses Zentrum im Lande wurde. Im 13./14. Jh. war sie eine der wichtigsten Festungen im bulgarischen Zarenreich. Zur Zeit des Zaren Simeon I. und Petar I. war Silistra Sitz der bulgarischen Patriarchen. Silistra ist eine Stadt mit vielen Sehenswürdigkieten. Oben am Hügel befinden sich die Ruinen der Festung von Abdul Medschid. Der Sultan hat sie aufgebaut, damit er die Türkei vor Russland verteidigen kann. 
1413 fiel Silistra unter osmanische Herrschaft. Ihren jetzigen Namen bekam die Stadt unter der Türkenherrschaft. Sie wurde Diristar, Dristra und schließlich Silistra genannt. Die Festungsanlagen von Silistra umfassten eigentlich zwei Festungen - Medshiditabia (immer noch erhalten) und Arabtabia auf den beiden Hügeln der Stadt. Hier fanden große Schlachten während der Russisch-türkischen Kriege Ende des 18./Anfang des 19. Jh. statt.
An diesen Kriegen nahm auch der große russische Schriftsteller Lev Nikolaevitsch Tolstoi teil, der Autor von "Anna Karenina" und "Krieg und Frieden". Ab 1812 gab es in Silistra eine Einklassenschule, 1891 wurde eine pädagogische Schule eröffnet. Man kann in Silistra die Kunstgalerie, das Historische Museum und das EthnografischeMuseum besuchen. Das Gebäude des Ethnografischen Museums in Silistra ist im 17. Jahrhundert gebaut.
Vor 1945 war es ein Knast. Das Ethnografische Museum hat 8 Räume. Darin gibt es Informationen über die Vergangenheit, über das Handwerk der Bulgaren, Ausstellungen von Kleidung (wertvolle Volkstrachten) und Musikinstrumenten (Hirtenflöte, Dudelsack) u.a. Es sind uralte Bräuche wie Koledari, Brasaja, Survakane, Kukeri, dargestellt worden, die immer noch gepflegt werden. Eine Römische Grabstätte stammt aus dem 4. Jh., der Zeit Kaiser Theodosius I. Es ist ein Gewölbe (3,20 zu 3,60 m) mit sehr interessanten Wandmalereien besichtigen. Reste einer antiken römischen Festung und von Wehranlagen sind an verschiedenen Stellen in der Stadt und an der Donau freigelegt worden.
In der Stadt Silistra befindet sich die Erinnerungstafel über das erste Volksfest der Chöre aus den Donaustädten im Jahre 1910. 
In der Umgebung von Silistra liegt der natürliche See Srebarna – eines der bekanntesten und bedeutendsten Reservate Bulgariens. Es liegt 15 km westlich von Silistra und steht seit 1983 unter dem Schutz der UNESCO. Das 1100 Hektar große Gebiet umfasst den Srebarna-See, der 600 Hektar groß und durch einen schmalen Kanal mit der Donau verbunden ist. Zu dem Reservat gehört auch die kleine Donauinsel Komluka. Das Reservat am "Sreberna" ist ein echtes Vogelparadies. Im Schilfrohr des Reservats finden 160 Vogelarten Unterkunft (in Bulgarien leben etwa 325 Vogelarten). Die Kolonie der Kranskopfpelikane ist der Stolz des Reservats. Diese Pelikane gibt es nur noch in vier Gebieten Europas: im Delta der Wolga, im Dolaudelta, im ägäischen Griechenland und im Reservat „Srebarna“.
D as Thrakische Grabmal Sveshtari aus dem 3. Jh. vor Chr. Befindet sich etwa 70 Km von Silistra entfernt. Vollständig ausgegraben wurden bisher nur 3 Grabstätten. Am interessantesten ist die Königliche Grabstätte, die aus drei Kammern besteht. Die Wände der Hauptkammer sind mit Karyatiden geschmückt. Der Felsenkloster Ivanovo (UNESCO – Weltkulturerbe) liegt 130 Km von Silistra entfernt. Im Höhlenkloster sehen Sie Wandmalereien aus dem 12.-14. Jh., die zu den wenigen erhaltenen Denkmälern der mittelalterlichen bulgarischen Kunst zählen.
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